Die experimentelle Psychose

Ihre Psychopharmakologie, Phänomenologie und Dynamik in Beziehung zur Person

Hanscarl Leuner

(Ethnomedizin und Bewußtseinsforschung / Ethnomedicine and the Study of Consciousness)


Für Hanscarl Leuner (verstorben 1996) war die Forschung mit Halluzinogenen eine große Herausforderung. Das Paradigma der sogenannten Modellpsychose war in der klassischen Psychiatrie bereits seit den 20er Jahren von Kurt Behringer etabliert worden und versprach neue Einsichten in die Biochemie und Physiologie des normalen und pathologischen menschlichen Verhaltens, insbesondere in der Schizophrenieforschung. Der streng phänomenologisch orientierten Psychopathologie versuchte Leuner eine psychologische Phänomenologie gegenüberzustellen. Zum Vergleich zwischen Schizophrenie und den psychopathologischen Phänomenen der experimentellen Psychose arbeitete Leuner in dieser, erstmals 1962 erschienenen, Monographie psychische Schlüsselfunktionen unter der Wirkung von Halluzinogenen heraus.
Die Psychiatrie in der Bundesrepublik Deutschland befand sich Anfang der 60er Jahre noch in einem beklagenswerten Zustand. Insofern war die Sichtweise Leuners seiner Zeit weit voraus und kann 35 Jahre später noch als moderner wissenschaftlicher Denkansatz gelten. Diese Monographie, die als Habilitationsschrift vorgelegt wurde, ist daher auch in der heutigen Zeit ein Zeugnis der großen Energie und Leistungsfähigkeit Leuners und kann als Ansporn für jetzige und kommende Wissenschaftler auf dem Gebiet der experimentellen Psycho(patho)logie dienen.


Inhalt:

Geleitwort zum Reprint von Leo Hermle
Vorwort
Einführender Überblick
  1. Bisherige Ergebnisse, Problemstellung und methodischer Ansatz
    1. Die experimentelle Psychose in der Geschichte der Psychopathologie
    2. Chemie, Pharmakologie und Psychopharmakologie bzw. psychiatrische Phänomenologie der Psychotika
      1. Die psychose-erzeugenden Substanzen
        1. Haschisch
        2. Mescalin
        3. Lysergsäurediäthylamid (LSD-25)
        4. Psilocybin
        5. Die Tryptaminabkömmlinge: Bufotenin, Dimethyltrypamin, Diäthyltryptamin und verwandte Substanzen
        6. Die Atropinabkömmlinge von ABOOD
        7. Adrenochrom und Adrenolutin
        8. Unbekannte Psychotica: Ololiuqui, Butoxamin
      2. Allgemeine Phänomenologie experimenteller Psychosen
        1. Vegetative Sensationen
        2. Motorische Störungen
        3. Störungen der optischen Wahrnehmung
        4. Störungen der akustischen Wahrnehmung
        5. Geruchs- und Geschmackshalluzinationen
        6. Störungen des Tastsinns, der Tiefensensibilität, des Körperschemas, Depersonalisation
        7. Störungen des Raum- und Zeiterlebens
        8. Energetische Phänomene, sexuelle Trugwahrnehmungen
        9. Synästhesien
        10. Kosmisch-mystisches Erleben
        11. Das Paranoid
        12. Soziales Verhalten unter Psychotica
      3. Das psychotische Basis-Syndrom
        1. Veränderungen des Bewußtseins
        2. Veränderungen des Denkens
        3. Beeinflussung der Affektivität
      4. Spezielle Beobachtungen
        1. Das Dosisproblem
        2. Gewöhnung an Halluzinogene
        3. Paradoxe Gewöhnung
        4. Psychogen-psychotische Spätwirkungen
        5. Suggestibilität unter Halluzinationen
        6. LSD-25 als diagnostisches Hilfsmittel
        7. Testuntersuchungen unter dem Einfluß von LSD-25
        8. Dauer der experimentellen Psychosen
        9. Einteilung der Psychotika
      5. Anhang: Künstlerische Produktion im Zusammenhang mit experimentellen Psychosen
    3. Die Problemstellung
    4. Methodischer Ansatz
  2. Klinische Experimente und ihre Einteilung
    1. Untersuchungsmaterial und Untersuchungsbedingungen
        1. Versuchspersonen
        2. Versuchsbedingungen
        3. Leerversuche
        4. Suchtgefahr
    2. Der formale Ablauf des Rausches
    3. Grundformen des Erlebens im Rausch
      1. Funktionaler Aspekt
        1. Kontinuierlich-szenische Verlaufsform, kurz: quasi normale Form
        2. Stagnierend-fragmentarische und dissoziierte Verlaufsform, kurz: extrem psychotische Form
      2. Inhaltlicher Aspekt
        1. Überwiegend optische Erlebnisform
        2. Überwiegend stimmungserfüllte Erlebnisform
        3. Überwiegend leibliche Erlebnisform
        4. Instinkt- und triebgebundene Passagen
        5. Passagen mit Reminiszenzen im Sinnestrug
  3. Zur Determination der psychotischen Inhalte bei der kontinuierlich-szenischen Verlaufsform
    1. Voruntersuchungen
    2. Das Symbol als psychologisches Phänomen und seine emotionale Determination
      1. Seelische Abbildungsvorgänge
      2. Über die Struktureigenschaften des Symbols
      3. Die Bedingungen der Symboldarstellung
      4. Experimenteller Nachweis der emotionalen Determination des Symbols
      5. Das strukturierte transphänomenale dynamische System (tdyst)
      6. Die Stellung der Tiersymbole
      7. Zusammenfassung der bisherigen Erörterungen
    3. Anwendung der Ergebnisse auf das Rauscherleben im fluktuierend-szenischen Verlauf
      1. Typische autosymbolische Darstellung in der Halluzinose
      2. Bekannte Physiognomien bei halluzinierten Gestalten und Gegenständen
      3. Wandlungsphänomen durch Operation am halluzinierten Bild
      4. Homologie der polaren Dynamik im szenischen Verlauf
      5. Beziehungen der Inhalte der experimentellen Psychose zu denen des Traumes
    4. Kapitelzusammenfassung
  4. Psychodynamik und Sinngehalte der stagnierend-fragmentarischen Verlaufsform
    1. Vorbemerkungen
    2. Beziehungen zwischen einer endogen anmutenden depressiven Verstimmung und der Person
    3. Stagnierend-fragmentarisches Erleben und transphänomenales dynamisches System (tdyst)
    4. Katatoniform-stagnierender Verlauf in der Längsschnittanalyse
      1. Vorbemerkung
        1. Inhaltlicher und biographischer Aspekt
        2. Formaler und dynamischer Aspekt
      2. Experimentelle Psychose I
        1. Protokoll
        2. Analyse
        3. Zusammenfassung
      3. Experimentelle Psychose II
        1. Protokoll
        2. Analyse
        3. Zusammenfassung
      4. Experimentelle Psychose III
        1. Protokoll
        2. Analyse
        3. Zusammenfassung
      5. Experimentelle Psychose IV
        1. Protokoll
        2. Analyse
        3. Zusammenfassung
    5. Kapitelzusammenfassung
  5. Psychologie und Psychopathologie der extrem-psychotischen Verlaufsform
    1. Der lytische Verlauf
      1. Differenzierung und Erregung
      2. Die verschiedenen Aspekte der extrem-psychotischen Symptome
        1. Der phänomenologische Aspekt
        2. Der dynamische Aspekt
        3. Der individuell-dispositionelle Aspekt und die Parallele bei hirnphysiologischen Reizversuchen
      3. Der Feldcharakter des extrempsychotischen Verlaufs und seine thematische Struktur
    2. Die dynamische Übersteuerung
    3. Das transphänomenale dynamische Steuerungssystem (tdyst)
    4. Die dynamische Fixierung
  6. Diskussion der Ergebnisse und Folgerungen
    1. Einleitung
    2. Das psychotoxische Basis-Syndrom
      1. Regression und protopathisches Bewußtsein
      2. Regreß bzw. protopathisches Bewußtsein und Aktivierung der Wahrnehmungsfunktionen
      3. Regreß bzw. protopathisches Bewußtsein und innere (affektiv-emotionale) Reizbildung
    3. Die quasi-normale, szenische Verlaufsform
      1. Die projektive, optische Selbstdarstellung (Autosymbolismus)
      2. Beantwortung des 1. Punktes der Fragestellung dieser Arbeit
      3. Der projektive Charakter nicht-optischer Erlebnisweisen
        1. Überwiegend leibliche Erlebnisform
        2. Überwiegend stimmungserfüllte Erlebnisform
        3. Instinkt- und triebgebundene Passagen
    4. Die extrem-psychotische Verlaufsform
      1. Überblick
      2. Beantwortung des 2. Punktes der Fragestellung dieser Arbeit
      3. Beantwortung des 3. Punktes der Fragestellung, die Formulierung von Schlüsselfunktionen
    5. Beziehungen zur Schizophrenielehre
      1. Zur Frage der Sonderstellung der exogenen Psychose
      2. Psychotoxische Hypothesen der Schizophrenie
      3. Beantwortung des 4. Punktes der Fragestellung: Auswertung unserer Ergebnisse für eine Schizophreniehypothese
        1. Die Schlüsselfunktionen bei der Schizophrenie
        2. Die Alternativfrage: Somatose-Psychogenese
Nachwort
Literatur
Nachtrag
Namensverzeichnis
Sachverzeichnis


home - Zur Startseite des VWB - Verlag Wissenschaft und Bildung


Hiermit bestelle ich:
Stück "Leuner: Die experimentelle Pschose"

Meine EMail:

Meine Adresse:

Zahlungsart/Method of payment:

per Kreditcarte (Visa Card only)

Rechnung (im Ausland Vorausrechnung)/Payment in Advance

BITTE SENDEN SIE UNS NACHFOLGENDE DATEN AUS SICHERHEITSGRÜNDEN NUR PER POST ODER FAX:
PLEASE SEND THE FOLLOWING ITEMS ONLY BY POST OR FAX:
Fax No: +49-[0]30-251 11 36
Kreditkartennummer/Card Number
Gültig bis/Valid until: - Kreditkartenprüfnummer/Card Verification Code/Value:

Einzugsermächtigung (nur Inland)
Kontonummer Bankleitzahl
Name des Kontoinhabers

Datum + Unterschrift / Date + Signature:


Was Sie uns sonst noch sagen wollten: