Für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen psychosozialer und gesundheitlicher Einrichtungen wird die Kompetenz, zwischen den Anliegen der Klienten und den Aufgaben ihrer jeweiligen Institutionen vermitteln zu können, zu einer zunehmend bedeutsamen Aufgabe. Immer weniger können wir davon ausgehen, dass die Menschen, denen wir begegnen, gleiche Vorstellungen über die Welt, über soziale und professionelle Rollen und über Sinn und Zweck gesundheitlicher und psychosozialer Serviceeinrichtungen oder darüber, was krank bzw. gesund überhaupt bedeutet, haben. Bei Migranten wird dies am augenfälligsten, aber auch ohne Migration entwickeln hochkomplexe Gesellschaften immer differenziertere Subkulturen mit höchst unterschiedlichen Werten und Haltungen.
Die Effektivität beraterischer und therapeuticher Serviceleistungen für den Personenkreis der Patienten aus anderen Kulturen hängt entscheidend davon ab, ob es gelingt, Verständigung herzustellen. Kommunikation ist schon innerhalb des gleichen Kulturkreises eine komplexe und nicht leicht zu erreichende Aufgabe, die für alle Beteiligten eine große Herausforderung bedeutet.
Dieses Buch wendet sich als praxisorientierter Band an alle Fachleute, die auf der Reise nach einem neuen professionellen Umgang mit anderen Kulturen nach Anregung und Hilfestellung suchen. Unserer Erfahrung nach betrifft dies Pflegende wie Ärzte, Ergotherapeuten wie Psychologen, Sozialpädagogen wie Verwaltungsfachleute und Gesundheits- und Sozialpolitiker in gleicher Weise. Schwerpunkt unserer Betrachtung des Kulturellen ist es, den Beobachtungsfokus auf beide Seiten zu lenken, auf Professionelle und Klienten. Denn das Fremde entsteht letztlich nur in Relation zu derjenigen Person, die es identifiziert.
Inhalt:
Psychosoziale Kontexte
Grundlagen interkultureller Beratung
Anwendungsbereiche
Epilog